#9: Arterieller Bluthochdruck - Was tun?

Shownotes

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00:00:03: Sehr verehrte Hörerinnen und Hörern, die Podcast-Serie des österreichischen Herzfonds heißt

00:00:09: Herz plus.

00:00:11: Und dahinter wird immer ein wichtiges Thema stehen.

00:00:14: Meine sehr verehrten Damen und Herren!

00:00:16: Ich darf Sie ganz herzlich zur Podcast- Serie im Jahr für das Österreichische Herzfond begrüßen.

00:00:24: Mein Name ist Prof.

00:00:25: Dr.

00:00:25: Kurt Ube.

00:00:26: ich bin der Präsident des Österreichischen Herz Fonds und wir haben uns zur Aufgabe gemacht sie über die Entstehung von Gefäßverkalkungen der Arthoschorose zu informieren, zu den Mechanismen die dahinterstecken.

00:00:40: Zu den Risikofaktoren, die diese Mechanismes beeinflussen.

00:00:45: Ich hoffe dass Ihnen diese podcastiere große Freude macht!

00:00:50: Zuhörerinnen und Zuhöre, liebe Zuseherinnen.

00:00:54: Ich darf Sie zu einer neuen Sendung unserer Podcastreihe im Rahmen des österreichischen Herzfonds begrüßen.

00:01:04: es geht diesmal um den Bluthochdruck die Hypertonie.

00:01:09: mein Name ist Prof.

00:01:10: Andrea Poczek und ich habe einen ausgewiesenen Experten zu diesem Thema heute eingeladen.

00:01:18: Das ist der Professor Konstantin Krichtyok, sehr herzlich willkommen!

00:01:22: Er wird uns einige wichtige Fragen beantworten zu diesem Thema die eigentlich fast jeden interessieren, der ein gewisses Alter erreicht hat weil Bluthochdruck eine Erkrankung ist das sehr viele Leute betrebt.

00:01:36: Prof.

00:01:36: Griechtiok, herzlich willkommen!

00:01:39: Die europäische Gesellschaft für Kardiologie hat ja im Vorjahr neue Leitlinien zum Bluthochdruck veröffentlicht.

00:01:47: Was ist eigentlich neu an diesen Leitlnieren?

00:01:50: Vielen herzlichen Dank erst mal für die Einladung.

00:01:52: sind es so, dass in den Jahr zwanzig publiziert worden und decken das gesamte Spektrum des Bluthochdrucks ab.

00:02:00: Wenn ich nachlesen möchte, dann sind es einhundertzehn Seiten.

00:02:04: Ich habe es mir tatsächlich durchgelesen.

00:02:06: Und es gibt ein paar Neuerungen die wichtig sind für uns als Ärztinnen und Ärzte aber auch unsere Patientinnen und Patienten und generell für die Bevölkerung.

00:02:16: Die wichtigste Neuerung ist man ist weggegangen von dieser Grad-Einteilung des Bluthochdrucks, also grad eins zwei drei.

00:02:23: Das hat ja niemand verwendet in Wahrheit in der Praxis sondern sagt Blut-Hochdruck ist alles über Hundertvierzig zu Neunzig so wie wir es gekannt haben.

00:02:31: aber man ist auch hergegangen und gesagt das ist ja nicht plötzlich bei HundertVierzig beginnt das Risiko sondern man weiß aus Studien dass ab Hundertzwanzig hinauf dann das Risico eigentlich ansteigt.

00:02:44: und so hat man diese neue Kategorie erhöht der Blutdruck eingeführt.

00:02:49: Und das ist, denke ich, eine der wichtigsten Neuerungen jetzt.

00:02:51: Warum fangen wir mal ganz am Anfang an?

00:02:53: Was ist denn Bluthochdruck überhaupt?

00:02:56: Also Blut-Hochdruck ist zuallererst einmal die Hauptursache für Krankheit und auch Tod in der westlichen Welt.

00:03:05: Das heimtückische ist man spürt den meistens nicht außer der Blutdruck es halt extrem hoch.

00:03:10: Und dieser erhöhte Blutdruck, der Bluthochdruck über viele Jahre und Jahrzehnte schädigt unsere Gefäße.

00:03:15: Unsere Gefäßwände und kann dann zu Ereignissen führen wie Schlaganfällen oder Herzinfarkten.

00:03:21: Gemeinhin definiert, wie bereits angesprochen durch Grenzwerte die man messen kann einerseits in der Ordination andererseits aber auch selbst Zuhause.

00:03:31: oder doch ein vierundzwanzig Stunden Blutdog Messung.

00:03:34: Ah nun wissen!

00:03:36: Menschen scheinbar, dass sie einen Blutdruck haben oder haben das sogar gemessen mehrmals.

00:03:41: Aber nehmen wir es nicht ernst?

00:03:43: Woran liegt das ihre Erfahrung nach?

00:03:46: Also ich glaube, das ist generell in der Herzkreislaufmedizin ein verbreitetes Problem.

00:03:50: Das ist ja nicht nur beim Blut druck sehen wir das da sind auch beim Cholesterin und anderen Risikofaktoren die allesamt nicht weh tun Und oftmals ist das auch ein bisschen so ein Schreck.

00:04:01: Ich bin jetzt krank, weil ich einen erhöhten Blutdruck habe.

00:04:05: Oder es ist einfach ein Risikofaktor, den letztlich der Große der Bevölkerung früher oder später einmal haben wird und den wir eigentlich sehr gut auch therapieren können und somit in Kontrolle haben können?

00:04:17: Naja... Und wie ist es nun nicht, wenn genug Leute ihre Bluttrock-Medikamente nehmen?

00:04:22: Auch gut!

00:04:23: Inzwischen sind sie auch günstig die Medikamente.

00:04:27: Trotzdem wissen wir das nur ... Ich glaube, jeder Fünfte der einen Bluthochdruck hat überhaupt so gut eingestellt ist das wir sagen können.

00:04:36: So gehört den Blutdruck eingestellt.

00:04:38: Woran liegt denn das?

00:04:39: Das ist ein ganz vielschichtiges Problem.

00:04:42: Das ist zum Einen die einerseits die Nachkontrolle oftmals problematisch.

00:04:49: ist es vielleicht problematischer einen Termin zu bekommen bei der Ärztin beim Arzt.

00:04:53: Oftmals ist es auch so, dass die Patientin sagt, ich war jetzt irgendwie aufgeregt oder es ist gerade zu viel zu tun.

00:05:00: Oder ich habe ein bisschen Stress momentan.

00:05:03: Das sind zwar wirklich alles Mitgründe, warum der Blutdruck nicht gut eingestellt ist aber... Interessiert ihr das Gefäß gar nicht?

00:05:10: Dem Gefäße ist ja ganz egal, weshalb der Blutdruck jetzt erhöht ist oder warum ich meine Einbilder da so hoch ist.

00:05:15: Die Gefäschwand wird immer einen Schaden davontragen und ich glaube es ist einfach wirklich dieses Bewusstsein.

00:05:20: Es ist nicht nur nahe zum Ziel zu kommen sondern wirklich ins Ziel zukommen.

00:05:25: Einen fünf Millimeter Quecksilversäule in der Messung machen einen Unterschied von zehn Prozent für Schlaganfälle über ein Leben.

00:05:34: Also selbst diese fünf muss man ernst nehmen.

00:05:36: Kommen wir mal zu messen überhaupt.

00:05:39: Wie soll man einen Blutdruck messen?

00:05:42: Muss man immer zum Arzt gehen, muss man fünfmal die Woche zum Arz gehen um zu wissen wie ist mein Blut druck?

00:05:47: Das

00:05:48: ist ein ganz wichtiger Punkt dass ich denke blutdruk messen sollte man wann immer man die Gelegenheit hat dazu.

00:05:54: das ist gerade oft.

00:05:55: junge Menschen wissen Teilweise lange nicht, dass sie einen Bluthochdruck haben oder einen erhöhten Blutdruck.

00:06:01: Das heißt wenn ich bei den Eltern bin, bei den Großeltern legt ein Bluttuck-Messgerät herum und einfach einmal messen.

00:06:07: Grundsätzlich, wenn man die Anleitungen komplett verfolgt dann wäre das, dass man fünf Minuten in Ruhe ist sich hinsetzt auf einen Sessel an einem Tisch.

00:06:18: Ein oberarmbluttuck Messgerät verwendet keines für das Handgelenk und dann zwei bis drei Mal hintereinander misst und einen Mittelwert nimmt.

00:06:26: Und beim allerersten Mal sollte man auch links und rechts messen, um zu sehen ob ein Unterschied ist.

00:06:31: Das wäre die korrekte Messung des Bluthochdrucks sowohl zu Hause aber auch beim Arzt bei der Ärztin.

00:06:38: Geschieht wahrscheinlich nicht so sehr häufig in der Art... Wie oft am Tag soll man den Blutdruck messen?

00:06:44: Wenn man schon ahnt oder wenn man schon mehrmals einen erhöhten Blut druck gemessen hat?

00:06:48: Genau also ich glaube, oftmals wird er in einer Ordination ein Blut drock gemessen, der erhöht ist.

00:06:54: Und über die Diskussion ist das jetzt die Diagnose des Bluthochdrucks.

00:06:59: Hier sagen auch die europäischen Richtlinien ganz klar, man soll und muss das bestätigen.

00:07:05: Die Patientin, gerade wenn es so knapp über der Grenze ist, sollte sich ein Blutdockgerät kaufen und dann einmal eine Woche lang zwei bis ... Wenn's geht drei Mal.

00:07:14: Aber zumindest zweimal am Tag messen und das auch aufschreiben.

00:07:18: Weil man glaubt immer, man merkt sich das aber aufschrauben.

00:07:20: Es gibt Tagebücher, es kann ein Zettel sein oder eine App sein.

00:07:24: Und ich weiß dann quasi was mein Durchschnittsblutdruck zu Hause

00:07:27: ist.

00:07:27: Muss man diese Geräte auch eichen lassen?

00:07:30: Die kauft man irgendwann mal in einem Spezialgeschäft.

00:07:34: halten die in den nächsten dreißig Jahre?

00:07:37: In den nächsten dreizig Jahre, das kann problematisch sein.

00:07:39: Tatsächlich gibt es Auflagen, dass man die kontrollieren lassen sollte zu regelmäßigen Zeitpunkten auch die, die in Ordinationen verwendet werden.

00:07:49: Dann gibt's so Empfehlungen, man sollte trotzdem vielleicht ein vierundzwanzigstunden Blutdruck Messgerät sich anlegen lassen in einer Praxis um quasi kontinuierlich über vier und zwanzig Stunden einen Wert ermitteln zu können.

00:08:02: also das ist vor allem dann wenn ich inkonklusive Ergebnisse habe.

00:08:05: Also wenn jetzt der Blutdruck beispielsweise jedes Mal in der Ordination deutlich erhöht ist, aber dann in den Heimmessungen immer ganz völlig normal ist... also das wäre eine ganz gute... hier weiß ich glaube ich indiziert also ratsam was zu machen.

00:08:19: auch umgekehrt kann sein, wenn es in der ordination der blutdruckschönes aber zuhause immer wieder erhöht, dann sollte man sich mal ansehen wie sie sind über vierundzwanzig Stunden.

00:08:28: und hier sieht man sich auch besonders an wie geht der bluttdruck in der Nacht?

00:08:31: Geht er hinunter oder nicht?

00:08:33: Nun haben sie gesagt, Menschen messen erhöhte Blutdruckwerte oder schon etwas was definiert das Bluthochdruck ist.

00:08:42: Haben aber auch sonst überhaupt keine Beschwerden haben.

00:08:45: zum Beispiel haben sich sogar ein Karotischall untersuchen machen lassen oder ihre Belastungskrg machen lassen.

00:08:53: da kommt nicht viel raus.

00:08:54: also das ist alles in Ordnung.

00:08:56: ab wann schlagen Sie als Leiter einer Blutdrogeambulanz und vor Der muss trotzdem behandelt werden.

00:09:04: Also jetzt fangen wir wirklich mit einer Blutdrucktherapie an.

00:09:07: Also grundsätzlich bei allen, bei denen wir die Diagnose Bluthochdruck haben also das heißt bei allen die wirklich einen Bluttdruck von über hundertvierzig zu neunzig haben in der Ordination oder zu Hause über hundertfünfunddreißig, zu fünfundachtzig.

00:09:21: Das ist die Definition Bluthochdruck.

00:09:23: hier sollten wir in jedem Fall mit einer Medikamententherapie starten zusätzlich aber zur Lebensstilmodifikation die oft gar nicht mal so schwer sind man viel erreichen kann.

00:09:33: Ein bisschen schwieriger ist es bei jenen mit dem erhöhten Blutdruck.

00:09:36: Ich habe das ganz zu Beginn angesprochen, wir wissen dass ab hundertzwanzig im Prinzip je höher der Blutdog ist, desto höher ist auch das Risiko.

00:09:44: Muss ich jetzt jeden, der einen Blut dog hat von hundertfünfund zwanzig behandeln?

00:09:49: Nein, das muss ich nicht.

00:09:50: aber man sollte ein bisschen genauer auf solche Personen und Individuen schauen.

00:09:54: Das heißt Was ist das generelle Risiko des Patienten der Patientin?

00:09:59: Es gibt Scores, die man rechnen kann in der Ordination.

00:10:03: Man schaut auf irgendwelche Plugs, Ablagerungen vorhanden sind.

00:10:07: Man kann andere Blutwerte messen etc.

00:10:09: und dann bekommt man so ein Bild wie hoch ist es risiko des Patientinnen der PatientInnen und sollte hier sofort beginnen zu therapieren.

00:10:17: In jedem Fall muss man aber bei einem erhöhten Blutdruck mit Lebensstil Modifikation arbeiten.

00:10:22: Okay, gut.

00:10:23: Schwierig aber beraten muss man es als Arzt!

00:10:27: Dann gibt's noch so Begriffe wie... Jemand hat einen primären Bluthochdruck, primäre Hypertonie und sekundärer Hypertorie.

00:10:36: Was ist denn das?

00:10:37: Worin besteht denn da der Unterschied?

00:10:39: Also die primäre Hypothonie ist die mit Abstand häufigste, so dass sie nun mehr als all unserer Patientinnen und Patienten mit Blut-Hochdruck sind.

00:10:47: Das heißt es ist eigentlich eine multifaktorielle Erkrankung, eine erhöhte Gefäßsteifigkeit

00:10:52: etc.,

00:10:53: was den Blutdruck in die Höhe bringt.

00:10:55: Und dann gibt es sekundäre Hypertonieformen, die durch eine ganz spezifische Erkrankung oder Veränderungen hervorgerufen werden.

00:11:05: Das kann beispielsweise sein eine vermehrte Produktion von Aldosteron, das ist ein Nebennierenhormon.

00:11:11: Es können eine Niernerkrankungssein, es kann ein Cushing-Syndromus, ein infilgeleitetes Cortisol...

00:11:20: Gut!

00:11:20: Das ist dann für Spezialisten?

00:11:22: Genau Eine Fehlettung im Katasol-Metabolismus sein, also dass das alles sind mögliche sekundäre Hypertonieformen.

00:11:30: Daran sollte man denken bei besonders jungen Menschen, also bei einem zwanzig oder fünfzwanzigjährigen mit sehr stark erhöhtem Bluthochdruck, da müsste man wirklich nach Ursachen suchen?

00:11:40: Wie häufig

00:11:41: ist

00:11:42: Blut-Hochdruck denn in einer Familie geheift?

00:11:46: Tatsächlich geheift!

00:11:47: Es gibt ganz selten tatsächlich auch dass das eine monogene Ursache hat.

00:11:53: Das ist aber bespielt in der Praxis kaum eine Rolle, aber es sind doch die Gene, von allen meinen Vorfahren erbe ich einen Mix an Genengute, aber auch ein bisschen weniger Gute.

00:12:04: Also das sieht durchaus wahrscheinlich, wenn meine Eltern beide einen Bluthochdruck haben, dass sich den Vorderspitter auch haben werden.

00:12:15: Gut dann reden wir zu... Therapie zu den möglichen und nötigen Medikamenten.

00:12:21: Sie haben schon angesprochen, keiner nimmt gern Tabletten und vor allen Dingen nicht regelmäßig und möglicherweise auch mehrere sie haben es angedeutet.

00:12:31: Lebensstilveränderung ist einmal empfehlen wir zumindest unseren Patienten aber wir wissen das ist sehr schwer und zehn Kilo abzunehmen oder jeden Tag die berühmten Zehntausend Schritte zu machen wenn's reicht ist auch nicht jeden möglich Aber es wird empfohlen.

00:12:50: Wann fängt man denn jetzt nun wirklich mit Tabletten, mit der regelmäßigen Einnahme von Tablettern an?

00:12:56: Also da sind alle die, die den Bluthochdruck haben über diesen Hundertvierzig zu Neunzig oder Hundertdreißig zu Fünfundachtzig in der Heimmessung.

00:13:04: Hier sollte man keine Zeit verstreichen lassen und sollte parallel zur Lebensstilmodifikation Tabletten einnehmen.

00:13:12: Bei jenen, die dazwischen liegen, da kommt es wieder auf das Gesamtrisiko an.

00:13:16: Soll ich hier weiter hinunterdrücken?

00:13:18: Habe ich Begleiterkrankungen wie eine Nierenschwäche, eine Niereninsuffizienz?

00:13:24: habe ich vielleicht eine coronare Herzkranke oder einen Herzenfakt schon mal gehabt, einen Schlaganfall schon einmal gehabt

00:13:29: etc.,

00:13:29: also das sind dann alles noch Faktoren, die mit hinein spielen.

00:13:34: Nun gibt's einzelne Blutdruckmedikamente aber ist gibt bei vielen Patienten, wo ein Medikament gar nicht ausreicht und so viel ich weiß empfehlen die neuen Leitlinien möglichst schnell mit gleich zwei Substanzen anzufangen.

00:13:51: Was sagen Sie dazu?

00:13:52: Also ich glaube das ist der richtige Weg.

00:13:55: wir eines zu wissen wird es den meisten Menschen nicht mehr dann einzelne Tablette auskommen werden.

00:14:01: Und wir wissen auch, diese Blutdruckmedikamente die wir haben sind aus verschiedenen Klassen und setzen dann an unterschiedlichen Punkten im Körper an.

00:14:10: Was wir jetzt gesehen haben was mehr Sinn macht ist zwei Medikamente zu kombinieren oder drei aber nicht in der höchsten Dose sondern in einer moderaten Dosis.

00:14:21: und hier habe ich dann bessere Erfolge als wenn ich einzelne Medikamente in sehr hohen Dosen gebe.

00:14:26: und es ist da auch für den Patienten angenehm weil wir jetzt mittlerweile in Österreich doch das Glück haben, dass die meisten Medikamente kombinierbar in einer Tablette sind.

00:14:37: Ist da schon der Begriff der Polypill oder ist das noch mal was anderes?

00:14:44: weiß gar nicht, ob es eine ganz offizielle Definition gibt.

00:14:48: Aber es ist halt alles, wo ich mehrere Wirkstoffe in einer Tablette habe.

00:14:52: Also das ist schon auch bei der Blutdrucktherapie so möglich?

00:14:56: Ich hab auch in Österreich Tabletten, wo drei Wirkstoffe drinnen sein können.

00:15:00: Die Idee geht aber noch weiter, dass Personen beispielsweise nach einem Herzinfarkt eine einzelne Tablette nehmen, wo ein Blutverdünder drin ist, einen Cholesterinsänker und beispielsweise ein Bluttdrucksänker.

00:15:12: Ja, das erscheint sinnvoll und wir wissen die berühmte Compliance.

00:15:16: Also die Begeisterung der Patienten viele Tabletten zu nehmen ist sicherlich nicht so groß als wenn man es auf ganz wenige oder sogar einreduzieren kann.

00:15:27: Für die Zielwerte gilt dasselbe, wie Sie am Anfang gesagt haben.

00:15:31: Ich versuche, die optimale Therapie für einen Patienten quasi zu titrieren und dann gilt es er soll möglichst unter auch unter hundertzwanzig sein.

00:15:41: oder sind wir dann so frieden wenn jemand vorher hundert achtzig gehabt hat dann reicht vielleicht also nur hundred vierzig Blutdruck hat süßtolisch?

00:15:49: Also das ist ein... Anstreben sollten wir bei allen einen systolischen Blutdruck, also das ist der obere Wert zwischen hundertzwanzig und hundertdreißig.

00:15:58: Das wäre so.

00:15:59: das Ziel.

00:16:00: da muss man natürlich und dass wer gerade bei jungen Personen bei Personen die mitten im Leben stehen auch tatsächlich das was wir anstreben sollte.

00:16:09: Es gibt natürlich Ausnahmen, das heißt jetzt bei gebrechlichen Patientinnen und Patienten wo ich nicht auf Teufel komme raus den Blutdruck ganz hin unterdrücken muss dass vielleicht ein Schwindelepisode oder sowas auch die gefährlich werden kann.

00:16:21: Also hier kann man durchaus abstufen.

00:16:23: grundsätzlich ist aber das Ziel einen süßtolischen Blutdog zwischen hundertzwanzig und hundertreißig zu erreichen.

00:16:30: Sie haben jetzt den Begriff in den Mund genommen.

00:16:33: Jetzt gibt es die Patiente die süß-to-lisch einen nahezu oder schon normalen Blutdruck haben und den zweiten Wert, den sogenannten diastolischen Blut druck.

00:16:43: Der ist eben nicht in dem idealen Wert.

00:16:45: was empfehlen sie diesen Patienten?

00:16:48: Also das sieht man sogar gar nicht so selten dass das gerade der zweite wert also der diastologische Wert erhöht ist.

00:16:54: auch das ist natürlich ein unabhängiger Risikofakt für Ereignisse in der Zukunft und sollte genauso auch dann therapiert werden.

00:17:01: die Empfehlung oder die Diagnose Man muss ja nicht immer beide Werte drüber haben, sondern es ist der Einwert.

00:17:09: Das südstolische oder diastolische über der Grenze ist um als Person mit Bluthochdruck identifiziert zu werden.

00:17:16: Ja also das ist eine wichtige Botschaft wenn ich das richtig verstehe dass man sich nicht damit zufrieden gibt und dann sagt na gut, der Diastolo ist halt neunzig ist okay?

00:17:25: Ja nein!

00:17:26: Also das über Jahrzehnte ist sicherlich ein ernstzunehmender Risikofall.

00:17:30: Es gibt da noch den Begriff Therapie resistenten, hypotonierter Bluthochdruck.

00:17:36: Ich verstehe das so.

00:17:38: Man hat verschiedene Medikamente ausprobiert in Kombination und in verschiedenen Dosen.

00:17:43: Und trotzdem kann man einfach diesen angestreten Zielwert nicht erreichen?

00:17:47: Was macht man mit diesen Patienten?

00:17:49: Also die Definition ist tatsächlich dass eine Person drei oder mehr bluttoksenkende Medikamente nimmt und damit und das in ausreichender Dosierung also wie an Eingangs erwähnt.

00:18:02: Zweifachkombinationen starten, dann auf eine dreifache Kombination gehen und diese Dose ist dann steigern.

00:18:08: Und wenn man da nicht in den Ziel kommt, dann ist es die sogenannte Therapieresistente Hypertonie.

00:18:12: Das sind Personen, die besonders hohes Risiko haben.

00:18:16: Hier kann man manchmal andenken, auch sekundäre Hypertonieformen zu suchen.

00:18:20: Je nach Alter und Komobilitäten.

00:18:24: Man muss aber auch ein ernstes Gespräch mit den Patienten der Patientin führen ob die Medikamente tatsächlich eingenommen werden bzw so eingenomen wie vorgeschrieben ist.

00:18:33: Gibt das einen netten Satz?

00:18:34: Ist es Resistenz gegen die Therapie oder ist es Resistenz gegen die Einnahme?

00:18:40: der Therapie, und ich finde das beschreibt es ganz gut.

00:18:42: Also ich glaube man muss sicher gehen.

00:18:43: werden die Medikamente eingenommen so wie vorgeschrieben jeden Tag dann ist jetzt die Therapieresistenten hypertoniert und dann muss man auf Reservemittel zugreifen.

00:18:53: Nennen Sie welche dass unsere Patienten von Patientinnen vielleicht eine Idee haben was da noch helfen könnte in so einer Situation.

00:19:02: Besonders ideal hat sich gezeigt, dass das Bironolakton ein altes Medikament ist, der seit Jahrzehnten erhaben und kennen.

00:19:10: Denn doch oft versteckt sich hinter dieser Therapie resistenten Hypertonie eine Störung im Hormonhaushalt daneben ihrer.

00:19:19: Oftmals findet man da eine erhöhte Aldosteronproduktion und da zielt dieses Medikamente ganz genau darauf ab.

00:19:25: Und dann kann man dann oft... zufriedenstellende Blutdruckwerte.

00:19:28: Plötzlich, dass die die plötzlich kommen sagen, es funktioniert?

00:19:34: Die Industrie findet immer wieder neue Substanzen, die besser sind und weniger Nebenwirkungen machen.

00:19:43: haben sie eine Idee was da in den nächsten Jahren auf uns zukommt.

00:19:47: Es kommt sogar einiges auf uns zu und all diese Medikamente... Bösezungen fragen.

00:19:52: natürlich brauchen wir dann überhaupt neue Medikamente für die Behandlung des Bluthochdrucks, denn wir haben tatsächlich eine große Auswahl an Medikamenten.

00:20:01: Aber wenn man sich die Daten ansieht wie Sie auch erwähnt das ein Fünftel ist im Ziel also dass es gibt hier immer noch extrem viel zu tun und wir können da wirklich auch die Lebenserwartung und Lebensqualität der Österreicherinnen und Österreichern steigern.

00:20:15: Was gibt es eine große Gruppe?

00:20:17: Das sind diese Aldosteron-Synthaseinhibitoren, die gehen in Prinzip in dieselbe Richtung wie das Bironolakton nur mit besserer Verträglichkeit.

00:20:25: Also die sind jetzt gerade in der Erforschung und wir gehen davon aus, dass sie wahrscheinlich nächstes Jahr auf den Markt kommen werden.

00:20:33: Das wäre einer der Therapieformen!

00:20:36: Und dann gibt's ja... ganz tolle Therapieformen am Horizont, wo man vielleicht gar nicht jeden Tag meine Tablette nehmen muss oder wäre Tabletten.

00:20:46: Die nennen sich C-RNA-Therapie?

00:20:49: Was ist das?

00:20:50: Das ist tatsächlich extrem spannend!

00:20:52: Es gibt diese neue Technologie der SI RNA – es gab auch den Nobelpreis dafür vor einigen Jahren.

00:20:59: Wir kennen's schon für die Cholesterinsenkung.

00:21:01: also da haben wir einen Medikament zur Verfügung.

00:21:04: Wie funktioniert das?

00:21:05: Im Prinzip geht es in die Leberzelle hinein aus dem Medikament und verhindert, dass überhaupt das Protein gebildet wird.

00:21:12: Und deswegen kann man das tatsächlich einmal im Halbjahr spritzen und hat dann einen Effekt.

00:21:19: Dieses eine Medikamente ist gerade eine Entwicklung, das zählt genau darauf ab, wo nicht sehr viele unserer Plutok-Medikamente darauf abzielen.

00:21:27: Wir sehen vergleichbare Effekte mit einer einfach oder sogar zweifach aber eher einer einfachen Medikamentösentherapie.

00:21:35: Also, da gibt es schon beruhigende Daten die darauf hinweisen dass wir vielleicht wirklich in eine Situation kommen wo man einfach alle halben Jahre eine Injektion sich holt und damit einen angestellten Blutdruck hat.

00:21:49: tolle Perspektive Es gibt neben den Medikamente oder manchmal auch in Kombination mit Medikamen ganz andere Therapien die wir einsetzen wo man ein Katheter braucht oder was immer.

00:22:08: Vielleicht können Sie uns dazu ein bisschen etwas sagen?

00:22:10: Genau, also ich denke Sie sprechen die renale Denervation an.

00:22:14: Das ist ein Verfahren mit einem Katheter, im Herz-Katheter-Labor meistens über die Gefäße zu den Gefäßen der Nieren geht und die Nierengefäße spielt eine ganz wichtige Rolle in der Regulation des Bluthochdrucks.

00:22:29: Und hier kann man Nerven veröden und somit dann einen Bluttruck Senkung hervorrufen.

00:22:35: Das war ... Initial hat es so ausgesehen, dass wir das extrem effektiv.

00:22:39: Dann gab es ein paar negative Studien und jetzt sehen wir wieder positive Studien wo wir das als Alternative in Patientinnen und Patienten mit Therapieresistenten Bluthochdruck andenken könnten.

00:22:53: Kann natürlich nur einen speziellen Zentrum gemacht werden ist also keine Therapie für eine große Menge von Blutdruck-, Hochdruck-Patientinnen.

00:23:04: Also interessante Perspektiven für die Zukunft.

00:23:07: Ich gehe noch mal quasi zur Basis zurück, wir haben gesagt es scheitert schon oft am Blutdruck messen und habe ich gelesen es gibt eine lustige neue Studie die sogenannte Barbershop.

00:23:22: Barbershops gibt es inzwischen an jeder Ecke in Österreich.

00:23:25: was ist unter der Barbershopsstudie?

00:23:27: Was stand da drin?

00:23:29: also barbershop hat einen glaube ich sehr innovativen Ansatz verfolgt.

00:23:34: In den USA sind es aufgeräumere Patientinnen und Patienten, schwarze Patientinnen die einen schlecht eingestellten Bluthochdruck haben.

00:23:43: Und hier hat man einfach gesagt wir gehen einfach dorthin wo die Leute sind und das ist nämlich oftmals dann in Barbershops und dort waren dann... Das waren eigentlich pharmazeiten klinischer Pharmazeuten, die Patientinnen oder Patienten so einerseits Blutdruck gemessen haben und dann hat man vergleichen dass entweder man ein Informatial bekommt oder sozusagen noch mehr Informationen und direkt dort, wo die Menschen sind das hinbringt.

00:24:08: Und ich glaube es ist die Zukunft und ich glaube dass das auch in Österreich sehr gut funktionieren kann, dass man einfach die entsprechenden Personengruppen in Österreich abholt dort wo sie sich aufhalten um wo sie Informationen bekommen von Menschen denen sie vertrauen mit denen sie eigentlich tagtäglich zu tun haben.

00:24:23: Und in den Barbershops geht man regelmäßig so viel.

00:24:25: Ich weiß allerdings nur die Männer oder vor, nämlich die Männer glaube ich, die zum Rasieren und zu gehen.

00:24:32: Gut aber wenn wir schon die Hälfte der Bevölkerung erwischen würden damit wäre es auch schon was.

00:24:39: Sie sagen man muss nicht immer zum Arzt laufen um einen Bluthochdruck zu diagnostizieren.

00:24:45: welche Organisationen kämen noch in Frage?

00:24:48: oder wer könnte noch niederschwellig, ohne dass man stundenlang im Wartezimmer sitzt den Blutdruck messen?

00:24:55: Genau.

00:24:55: Also ich glaube das ist ein ganz ganz wichtiger Punkt und es soll, wie es will ja auch meine Message, man muss überall Blut druck messern wo's geht.

00:25:03: Und ein Punkt wo doch sehr viele Menschen regelmäßig hinkommen sind Apotheken.

00:25:08: Dort warten sie, um ihre Medikamente abzuholen.

00:25:11: Und hier ist auch geschultes Personal, kann man einfach mal screenen und sagen Ist der Blutdog normal oder ist er vielleicht doch erhöht?

00:25:19: Ich glaube das das ein ganz wichtiger Punkt ist.

00:25:21: Weiters natürlich soll es generell bei Arztbesuchern stattfinden also auch wenn es wegen was anderem ist.

00:25:27: Und drittens glaube ich, genauso sollte man das in die Firmen bringen

00:25:31: etc.,

00:25:31: da hat es einfach ab und zu mal hier jemand mit einem Blutdruck-Messgerät durchgeht.

00:25:34: Dann sagt man, wir müssen jetzt mal Blut drucken und schauen!

00:25:37: Das ist auch nicht für die Diagnose aber einfach nur umzusehen.

00:25:40: Hoppala, da kann man vielleicht helfen.

00:25:43: oder können wir eigenes sie verhindern für die Zukunft?

00:25:45: Ja schon toll wenn alle Österreicherinnen und Österreicher die Vorsorgeuntersuchung, die ab fortyfünf Jahren geboten wird wenigstens einmal in Anspruch nehmen nach dass.

00:25:54: Aber wie gesagt so viel wie möglich.

00:25:58: Wir haben das Thema, glaube ich, recht erschöpfend behandelt.

00:26:02: Sagen Sie uns eine abschließende Botschaft.

00:26:04: und der sich glauben, dass wir mehr über den Bluthochdruck wissen.

00:26:10: Was möchten sie unseren Hörerinnen und Hörern mitgeben?

00:26:16: Blut-Hochdruck ist die Nummer eins Ursache für Erkrankung und Tod in Österreich und in der westlichen Welt.

00:26:24: Spüren Sie nicht, darauf kann ich mich nicht verlassen.

00:26:26: Ich sollte mir nicht verlassend, dass ich halt mit fünfzig oder so mal zum Arzt zur Ärztin gehe, sondern... ...ich glaube es ist wirklich regelmäßig messen und wenn ich etwas messe was drüber ist also über hundertfünfunddreißig fünfundachtzig, wenn ich befreundet bin bei den Eltern dann ernst nehmen selber messen zum Arz zu Ärzten gehen und auch entsprechend Lebensstil- und medikamentöse Therapie

00:26:48: einnehmen.".

00:26:50: Prof.

00:26:50: Gericht Jürg.

00:26:52: Sehr vielen Dank, es war sehr interessant mit Ihnen zu reden.

00:26:55: Ich habe selber wieder viel gelernt und ich hoffe auch unsere Hörerinnen und Hörern und Seherinnen und Sehe.

00:27:01: Und ich bedanke mich fürs Zuschauen und Zusehen auf Wiedersehen!

00:27:06: Vielen Dank!

00:27:08: Auf der Website des österreichischen Herzfonds finden Sie informative Drucksorte, die Sie kostenlos bestellen können.

00:27:15: Unsere Website lautet

00:27:16: www.HerzfondAT.

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